INQA-Coaching und KI: Was wird wirklich gefördert?
Von Tom Wahl · WAHLREICH · Dresden
„80 % Förderung für KI“ liest sich, als würde der Staat den Assistenten bezahlen. Tut er nicht. Gefördert wird das Coaching, in dem ein Betrieb herausfindet, welcher Assistent überhaupt gebraucht wird, wer damit arbeitet und was sich dafür ändern muss. Das ist weniger spektakulär — und deutlich wertvoller.
01 Was gefördert wird
Das Coaching-Honorar eines autorisierten INQA-Coachs: bis zu 12 Tage à höchstens 1.200 € netto, davon 80 % als Zuschuss. Im Maximalfall sind das 11.520 € bei einem Eigenanteil von rund 2.880 € netto. Das Programm läuft in drei Phasen: Initialphase (etwa 2,5 Tage), Innovationsphase (etwa 7,5 Tage), Lernphase (etwa 2 Tage).
02 Was nicht gefördert wird
Reise- und Nebenkosten, Software und Lizenzen, Technik und Hardware, Technische Umsetzung. Also genau das, was in der Werbung oft mitschwingt. Wer nach dem Coaching einen Assistenten baut, ein System anbindet oder Lizenzen kauft, tut das auf eigene Rechnung — oder prüft dafür andere Programme, etwa auf Landesebene. Diese Trennung ist keine Fußnote, sie ist der Kern des Programms.
03 Warum das Team dabei ist
KI scheitert im Mittelstand selten an der Technik. Sie scheitert daran, dass niemand weiß, wer den Vorschlag des Assistenten prüft, was passiert, wenn er falsch liegt, und wo das Wissen liegt, aus dem er antworten soll. Das sind Fragen der Arbeitsorganisation. Im INQA-Coaching beantwortet sie ein Lab-Team aus Beschäftigten — in Sprints, an echten Fällen. Deshalb ist die Beteiligung des Teams keine Auflage, sondern die Methode.
04 Wie die Erstattung läuft
Das Unternehmen zahlt das Honorar zunächst vollständig. Nach Abschluss wird die Erstattung beantragt und geprüft; einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Der Einstieg läuft über die INQA-Beratungsstelle — für Dresden und Sachsen RKW Sachsen — die nach einer kostenlosen Erstberatung den Coaching-Scheck ausstellt. Der Scheck ist der Startpunkt, keine Förderzusage.
05 Woran du erkennst, ob es passt
Wenn dein Problem lautet „wir wissen, welches Tool wir wollen, und brauchen jemanden, der es baut“, ist INQA das falsche Programm. Wenn es lautet „bei uns geht Zeit verloren, und wir wissen noch nicht genau wo und warum“ — dann ist es das richtige. Der Fördercheck stellt die Fragen dazu in zwei Minuten.

